Pflanzenporträts für kleine und natürlich auch große Naturforscher

Hier stelle ich euch unsere bekanntesten einheimischen Wildkräuter einfach und kindgerecht vor.

Gänseblümchen

Das hübsche Blümchen hat noch andere Namen unter denen man es auf der ganzen Welt kennt. Zum Beispiel Tausendschön, Maßliebchen oder auf englisch Daisy. Daisy kommt von Days Eyes, das ist englisch und bedeutet Tagesaugen, ziemlich passend für die freundliche kleine Blume, nicht wahr?
In der Volksheilkunde setzt man es gerne ein, weil es so vielseitig ist. Früher war es geradezu ein "Allheilmittel" vor allem für Kinder. Die bekannten Gänseblümchen-Kränze, welche wir heute noch sehr gerne basteln, wurden damals den kranken Kindern unters Kopfkissen gelegt, damit sie schnell gesund werden. Das kann man auch heute mal ausprobieren. Wenn jemand krank ist freut er sich bestimmt über so eine nette Aufmerksamkeit!
Wenn ein Kind schlecht einschlafen kann weil der Tag so aufregend war oder am nächsten Tag etwas Besonderes ansteht, hilft vor dem Schlafen gehen ein komplettes Gänseblümchen-Bad in der Wanne, oder auch ein Fußbad. Es macht Spaß zu versuchen, die schwimmenden Blütenköpfchen mit den Zehen einzufangen!
Außerdem wird der Tee des Gänseblümchens volksheilkundlich bei leichten Erkältungskrankheiten, Husten und bei Hautproblemen eingesetzt. Unter der Rubrik Rezepte findet ihr eine Gänseblümchensalbe, die zur Hautpflege und bei kleineren, typischen Kinderverletzungen (blaue Flecken, Wunden) gute Dienste leistet.

Löwenzahn

Diesen starken Kerl kennen wir unter vielen Namen, z.B. Pusteblume, Kuhblume oder Bettseicher. Und diese Namen sagen schon ganz viel über ihn aus. Kuhblume z.B. deshalb, weil Kühe ihn so gerne fressen. Bettseicher heißt er in manchen Gegenden, weil er sehr stark wassertreibend ist. Das heißt man muss öfter aufs Klo, wenn man ihn isst oder seinen Tee trinkt :-) Er spült unsere Nieren kräftig durch und reinigt so den Körper.

Ich glaube jeder kennt ihn, was vermutlich daran liegt, dass er einfach überall wächst. Auf Wiesen, an Wegrändern, im Garten, sogar aus der noch so kleinsten Asphaltlücke in der Stadt kann er wachsen. Besonders schön ist es, wenn im Frühling ganze Wiesen gelb leuchten, dann ist seine Haupt-Blütezeit. Der Löwenzahn blüht aber fast das ganze Jahr hindurch, bis weit in den Herbst hinein. Seine Wurzel kann bis zu 1m tief in die Erde ragen, kein Wunder das es Gärtnern nicht gelingt ihn komplett aus ihrem Garten zu entfernen. Mir macht das nichts aus, ich freue mich über seine Anwesenheit und nutze ihn auch gerne in der Küche. Die ganz frischen Blätter schmecken noch nicht bitter und sind lecker im Salat. Man kann aber noch viel mehr mit ihm machen.
Kennt ihr vielleicht ein paar der zahlreichen Löwenzahnspiele?
Die frischen Stängel kann man an beiden Seiten kreuzweise einschneiden und dann ins Wasser legen. Beobachtet mal was passiert....
Wir haben früher immer die weißen Fallschirme weg gepustet und geschaut ob der darunter liegende Boden komplett weiß war, dann ist man nämlich ein Engelchen. Zeigt sich aber ein oder mehrere schwarze Punkte, so ist der "Wegpuster" ein Bengelchen.... Klar kann sich auch ein Löwenzahn mal irren ;-)
Eine so starke Pflanze hat natürlich auch sehr starke Eigenschaften für unsere Gesundheit.  Er gibt uns Kraft und stärkt unsere Körper. Ein interessantes Löwenzahn-Blüten-Butter-Rezept habe ich euch deshalb zum ausprobieren aufgeschrieben.

Brennnessel

Vermutlich hat jeder Mensch schon einmal die Erfahrung mit den Brennhaaren der Brennnessel gemacht. Bei Berührung brechen die feinen Härchen ab und verteilen das in ihnen enthaltene Nesselgift auf unserer Haut. Es juckt und auf der Haut bildet sich ein Ausschlag, der zum Glück nach einiger Zeit einfach wieder verschwindet. Rasche Hilfe bringt ein zerriebenes Spitzwegerichblatt. Der Saft lindert den Juckreiz sofort.
Warum sich die Brennnessel wohl so sehr schützt und jeden abwehrt, der ihr unvorsichtig zu nahe kommt?
Weil sie einen echten Schatz beschützt!
Und dieser Schatz ist ihre geballte Pflanzen-Power-Kraft. Brennnesseln haben so viele Vitamine und Mineralstoffe, dass sie sich vor ihren Fressfeinden schützen müssen. Wüssten alle Menschen wie gut uns die Brennnessel tut, würden wir sie vermutlich nicht aus unseren Gemüsebeeten ausreißen, sondern einfach aufessen! Eßt ihr auch gerne Chips? Dann schaut doch mal bei den Rezepten. Man kann aus Brennnesseln auch leckere und gesunde Chips machen.

Aber nicht nur wir Menschen können die Brennnessel essen, auch viele Insekten und vor allem die Raupe des Tagpfauenauges (das ist ein Schmetterling) lieben und brauchen sie als Futterpflanze. Deshalb ist es super für die Insekten, wenn man im Garten eine „wilde Ecke“ hat, wo wilde Kräuter wie z.B. die Brennnessel wachsen dürfen.

Vogelmiere

Dieses Kraut mit den hübschen weißen Blüten hat auch den Namen Hühnerdarm. Das liegt daran, dass die Hühner es liebend gerne fressen. Sie brauchen die wertvollen Inhaltsstoffe, wie z.B. Mineralstoffe um ihren Energiebedarf zu decken.
Außerdem ist die Vogelmiere winterfest, wir können sie also sogar im Winter finden und ernten. Das war früher – als es im Winter noch keinen frischen Salat zu kaufen gab – für die Menschen sicher sehr wichtig. Und auch heute noch isst man zu einer Frühjahrskur viele frische Kräuter, wie z.B. die Vogelmiere. Das bringt den Körper wieder in Schwung und macht fit für den Frühling!
Als Heilmittel kam sie in der Volksheilkunde vor allem wegen ihrer juckreizlindernden Wirkung zum Einsatz. Wenn die Haut sehr trocken ist und juckt, hilft ein Vogelmierenöl. Dafür wird das frische Kraut in ein sauberes Glas mit Schraubdeckel gegeben, mit gutem Öl übergossen und für ca 1 Woche stehen gelassen. Jeden Tag soll man es einmal schütteln und dabei viele gute Gedanken mit hinein schütteln. Nach einer Woche wird das Öl durch ein sauberes Tuch gefiltert und kann dann verwendet werden.
Die Vogelmiere schmeckt frisch aber auch sehr lecker und kann zum Beispiel einfach unter den Kopfsalat gemischt, als Kräuterbutter oder Pesto zubereitet werden.